2026-11-25 "Die Sprache Spricht als das Geläut der Stille.“ Zum Nachdenken über den Logos in der Moderne
In der gewöhnlichen Sprache ist etwas zugegen, was von einer Quelle herrührt, die tief im Wesenskern des Menschseins entspringt und weit über das Profane des Kommunikationsmittels hinausweist. Die frühgriechische Philosophie ebenso wie die neutestamentarische Gottesrede haben jene Instanz mit dem Begriff des Logos bedacht. Der Tenor der neuzeitlichen Sprachreflexion, geprägt von Rationalismus und Funktionalismus, scheint dem Logos hingegen keine große Rolle mehr beizumessen. Doch das Heidegger-Zitat im Titel des Vortrags bekundet anderes, Widerständiges: Auch im modernen Sprachdenken hat der Logos seine Spuren hinterlassen. Und kann denn, wer heute Halt sucht im Ansturm der Sprachvergessenheit, überhaupt umhin, sich darauf zu besinnen? Der Vortrag tastet sich an diese Frage heran.